
Musik
Konzert Permis B
Strämu Beizli · Thun

Musik
Auf seiner neuen EP «Growing Up Hurts» erinnert sich der Berner Musiker Sivilian an die Zeit des Erwachsenwerdens als queere Person in seinem Heimatdorf Goldiwil, einem ländlich geprägten Schweizer Dorf im Berner Oberland. Mit seiner Musik möchte er für mehr Offenheit und Stärkung individueller Identitäten eintreten und queeren Lebensrealitäten mehr Sichtbarkeit verschaffen. «Zudem möchte ich zeigen, dass auch aus einem kleinen Schweizer «Dörfli» glitzernder Indie-Pop entspringen kann», ergänzt Sivilian mit einem Augenzwinkern. «Growing Up Hurts» entstand im Haus seiner Eltern, als Sivilian sich entschied, ein lukratives Jobangebot in Berlin zugunsten der Musik auszuschlagen und mit Ende zwanzig nochmals zurück in sein Heimatdorf Goldiwil zu ziehen. Während er in seinem Kinderzimmer verweilte und alte Tagebücher sowie Erinnerungsstücke entdeckte, fühlte er sich zurück in seine Jugendzeit versetzt. Jeder Song auf der EP erzählt eine Facette des Erwachsenwerdens aus Sivilians Perspektive. Auf dem Titeltrack «Growing Up Hurts» beschäftigt sich Sivilian mit einer grundsätzlichen Frage, die sich viele Menschen im Jugendalter stellen: Was bedeutet es wirklich, etwas aus einem Leben zu machen? Auf «Into The Wild» folgt er dem inneren Kind, das sich unbeschwert auf neue Abenteuer einlässt. «Chlorine» erinnert an erste sexuelle Spannungen, während «Boy» von der ersten grossen Liebe erzählt, die in Sivilians Fall bis heute nie ausgesprochen wurde. «Während die erste grosse Liebe für heterosexuelle Menschen ein aufregendes Abenteuer ist, erleben queere Jugendliche diesen Moment häufig anders; heimlich, unsicher und unerwidert.» In «Best Before» erinnert sich Sivilian an den «Sommer seines Lebens» und beschreibt in epischer Weise die Vergänglichkeit der Jugend, während er über das gesellschaftliche Verhalten im Umgang mit dem Älterwerden reflektiert. «Das Projekt erzählt die Geschichte meines Erwachsenwerdens – voller Höhen und Tiefen, Zweifel Entdeckungen. Sich selbst zu finden tut manchmal weh. Diese fünf Songs erzählen aus verschiedenen Blickwinkeln, wie ich heute auf meine Jugend schaue.» Im 1000-Seelen-Dorf Goldiwil wächst Adrian Graf alias Sivilian in einer konservativen, aber zugleich kreativen Gemeinschaft auf. Seine Leidenschaft für Musik entdeckte der Musiker schon in jungen Jahren und fand dabei Inspiration aus unterschiedlichen Ecken. Sei es als er im kleinen CD-Shop das Album «Oops… I Did It Again» von Britney Spears für sich entdeckte oder als ihn seine Eltern mit Klassikern wie CCR, ABBA und Queen vertraut machten. Er tobte sich aus in seiner Schülerband, experimentierte mit erstem Songwriting im Teenageralter und begann, Gitarrenunterricht zu nehmen, wo ihm sein Lehrer die Musik von Bob Dylan und Emmylou Harris näher brachte. 2013 gründete er zusammen mit einer ehemaligen Klassenkameradin Karen Frauchiger die Folk-Pop Band Frost & Fog. Es folgten erste Auftritte am Gurtenfestival, u.a. die Eröffnung des Festivals im Jahr 2016, eine Nominierung an der M4Music Demotape Clinic und erste Radioerfolge mit dem Song «Barricade». Ermutigt durch seine Schwester startete er im Jahr 2020 sein Soloprojekt mit seiner ersten Single «Invisible to Automatic Doors». Im Jahr 2021 folgte die gleichnamige EP. Durch die Pandemie sah er sich gezwungen, vieles selbst in die Hand zu nehmen, darunter auch die vollständige Umsetzung einer seiner Musikvideos, das er allein konzipierte, aufnahm und editierte. Auf seiner zweiten Solo-EP «Growing Up Hurts» erzählt Sivilian den Zuhörer:innen seine eigene Coming-of-Age-Geschichte. Er beleuchtet die intensiven und oftmals widersprüchlichen Emotionen junger Menschen auf der Suche nach Identität und Selbstakzeptanz. Es ist ein intimer Blick auf herausfordernde, aber auch viele kostbare Momente seiner Jugend. Entstanden sind fünf Songs, welche allesamt Sivilians Gespür für atmosphärische Melodien und nahbare Texte unterstreichen. Sivilian ist nicht nur Sänger- und Songschreiber, sondern auch visueller Künstler und legt viel Wert auf die bildliche Umsetzung seiner Songs. Sowohl das Artwork und als auch die Videos zu den Songs «Boy», «Into The Wild» und «Growing Up Hurts» hat er selbst umgesetzt und hat zur EP eine Kurzdoku gedreht, mit der Sivilian die Geschichten hinter den Songs erzählt und vertieft.
Strandbadweg 10, 3604 Thun, 3604 Thun
Das Strämu Beizli ist ein charmantes Selbstbedienungsrestaurant im Strandbad Thun, das eine vielfältige Speisekarte mit Burgern, veganen Optionen und Cocktails sowie eine atemberaubende Aussicht auf den Thunersee und die umliegenden Berge bietet.
Der Verein für angewandte Kultur (VAK) organisiert kulturelle Veranstaltungen in Thun und Umgebung. Der Verein wurde 2017 von den beiden Thunern Nando Fend und Reto Kupferschmied gegründet. Sie veranstalten Konzerte, Quizabende, Jass-Turniere und das Honky Tonk Festival Thun, um die lokale Kulturszene zu fördern und Events zu unterstützen, die sich nicht selbst finanzieren können.
vakultur.ch